Nutzung der Datenbank
Zur Datenbank
In der Datenbank sind gut 2.900 Kolophone aus ca. 2.200 Handschriften erfasst. Basis des Datenbestands ist eine Auswertung der Katalogeinträge zu den Handschriftenbeständen von insgesamt 29 Bibliotheken (Liste der Bibliotheken). Der Datenbestand wird sukzessive durch die Auswertung weiterer Bibliotheksstandorte erweitert. Sofern verfügbar, werden iiif-Manifeste der Manuskriptseiten mit den Kolophonen angezeigt.
Mit der Web-App können sowohl die erfassten Kolophone als auch die Manuskripte durchsucht und nach verschiedenen Parametern ausgewertet werden. Das Manual gibt einen Überblick über die Struktur der App und die Funktionalitäten sowie Erläuterungen zu den einzelnen Kategorien.
Auf der Hauptseite befinden sich oben rechts vier Schaltflächen (und ein Home-Symbol), die zu den Datenbankkategorien Manuskripte, Kolophone, Personen und Orte führen. Diese werden nachfolgend einzeln erläutert
Manuskripte
Die Ansicht Manuskripte listet die in der Datenbank erfassten Handschriften auf. Ein Klick auf einen Eintrag leitet zur Detailansicht der jeweiligen Handschrift weiter (s.u.).
Über die rechts befindlichen Filterschaltflächen kann die Auswahl eingegrenzt werden:
Siglensuche: Über dieses Eingabefeld können Einzelsiglen oder Siglengruppen gezielt abgefragt werden.
Aufbewahrungsorte: Hier sind die aufbewahrenden Institutionen alphabetisch nach Ortsnamen sortiert aufgelistet.
Typisierung der Handschrift: Die Suchfunktion erlaubt eine texttypologische Eingrenzung der Handschriften bzw. der in diesen enthaltenen Texte (Geistlich, Fiktional, Historiographisch etc.
Die Filteroptionen sind nicht exklusiv und daher kombinierbar.
Manuskripte - Detailansicht
In der Titelzeile finden sich Informationen zu Datierung, Schreibort und inhaltlicher Typisierung der Handschrift.
Links angeordnet findet sich ein Informationsfeld mit kodikologischen Informationen und eines mit den im Kolophon erwähnten Personen
(Schreiberinnen und Schreiber, Heilige, Gönnerinnen und Gönner, Heilige; ein Klick auf den jeweiligen Namen führt zur Detailansicht der Person im Personenregister).
Unten links wird auf die Beschreibung der jeweiligen Handschrift im Handschriftencensus verlinkt.
Mittig sind die in der Handschrift enthaltenen Texte aufgelistet, der Fokus liegt auf den mit einem Kolophon verbundenen bzw. dem Kolophon voranstehenden Texten, die die jeweilige Kolophon-ID und eine Vorschau auf das Transkript des Kolophons enthalten. Die Kolophon-ID verlinkt auf die Detailansicht des jeweiligen Kolophons. Weitere in der Handschrift enthaltene Texte sind sekundär über den Hanschriftencensus erfasst, nicht in allen Fällen handelt es sich um vollständige Auflistungen sämtlicher im Codex enthaltener Texte.
Kolophone
Die Ansicht Kolophone listet sämtliche in der Datenbank erfassten Kolophone auf. Ein Klick auf einen Eintrag leitet zur
Detailansicht des jeweiligen Kolophons weiter. Die Einträge sind alphabetisch nach Textbeginn sortiert. Neben einer Vorschau
der Transkription sind Kontextinformationen wie Entstehungszeit und zugehörige Handschrift/Text aufgeführt.
Über die rechts befindlichen Filterschaltflächen kann die Auswahl eingegrenzt werden.
- Volltextsuche: In diesem Eingabefeld kann nach einzelnen oder kombinierten Inhalten der erfassten Kolophon-Transkripte gesucht werden (Erläuterung s.u.)
- Aufbewahrungsorte: In diesem Filter sind die aufbewahrenden Institutionen der Codices alphabetisch nach Ortsnamen sortiert aufgelistet.
- Datierung der Handschrift: Hier kann eine zeitliche Eingrenzung in 25-Jahres-Intervallen vorgenommen werden.
- Typisierung der Handschrift:Die Suchfunktion erlaubt eine texttypologische Eingrenzung der Handschriften bzw. der in diesen enthaltenen Texte (Geistlich, Fiktional, Historiographisch etc.).
- Namensnennung Schreibinstanz: Der Filter zeigt über die Optionen Ja/Nein an, ob in Kolophonen Schreibernamen genannt werden oder ob diese anonym gehalten sind. Grundlage ist nur die Angabe im Kolophon, etwaige Hinweise auf Schreibernamen aus anderen Quellen wie z. B. Katalogen werden hier nicht berücksichtigt, aber ggfls. in den Anmerkungen vermerkt.
- Geschlechtermarkierung Schreibinstanz: Mit diesem Filter wird markiert, ob im Kolophontext eine Geschlechtermarkierung gegeben ist. Diese kann über Eigennamen oder grammatisches Geschlecht gegeben sein. Grundlage für die Geschlechtermarkierung sind die Kolophontexte selbst, Sekundärinformationen zur Schreibperson z. B. aus Katalogen werden dafür nicht herangezogen, sofern vorhanden aber im Feld Anmerkungen ergänzt.
- Semantik Kolophon: Der Filter erlaubt die Kategorisierung nach bestimmten Inhalten und Gestaltungsmerkmalen der Kolophontexte, sie die unten stehende ausführliche Erläuterung.
- Gestaltung Kolophon: Hier kann eine Eingrenzung nach optischen Merkmalen vorgenommen werden. Abgesetzt bedeutet, dass der Kolophon optisch vom voranstehenden Haupttext zu unterscheiden ist, mit den Kategorien Rubriziert, Räumlich abgesetzt (Abstand zwischen Haupttext und Kolophon), Textverzierung und Textgestalt (unterschiedliche Schriften in Haupttext und Kolophon, z. B. Wechsel von kursiver zu gebrochener Schrift) kann die Art der optischen Markierung des Kolophons weiter spezifiziert werden. Demgegenüber werden Kolophone, die visuell nicht vom Haupttext differenziert sind, als Nicht abgesetzt kategorisiert. Kolophone, die in Ermangelung von Digitalisaten nicht optisch klassifiziert werden können, werden mit Keine Angabe kategorisiert.
- Illustration/Miniatur in der Nähe des Kolophons: Mit diesem Filter kann die Anzeige auf Kolophone in unmittelbarer Nähe von Illustrationen/Miniaturen begrenzt werden.
Kolophone - Detailansicht
In der Titelzeile finden sich Informationen zur Datierung und zum Schreibort der Handschrift, die i.d.R. den Handschriftenkatalogen entnommen sind.
In den links angeordneten Informationskästen finden sich kodikologische Informationen sowie die Anabe zur Typisierung der in der Handschrift enthaltenen Texte. Weiterhin werden Informationen zu den in den Kolophonen genannten Datierungen, Orten und Personen aufgeführt (Angaben zur Datierung und Lokalisierung können also von den in der Titelzeile aufgeführten wissenschaftlichen Datierungen und Lokalisierung abweichen). Im Kolophon erwähnte Personen und Schreiborte sind verlinkt, ein Klick führt zur Detailansicht der Person der des Ortes. Im untersten Informationsfeld ist über die Sigle die Detailansicht der Handschrift verlinkt, des Weiteren findet sich ein Link zur Handschriftenbeschreibung im Handschriftencensus und zum iiif-Manifest.
Mittig auf der Seite zur Detailansicht des Kolophons befinden sich die zentralen Informationen zum Kolophon. Oben findet sich eine Angabe,
ob es sich bei dem dem erfassten Kolophon voranstehenden Text um den letzten Text der Handschrift handelt und der Kolophon somit am Ende
des gesamten Codex steht.
Es wird sowohl das Kolophon wie auch das Explicit (das unmittelbar vor dem Kolophon stehende Textende) als Transkript aufgeführt. Die
Namens/Personenangaben im Kolophon sind mit den entsprechenden Einträgen im Personenregister verlinkt. Durch hoovern über die transkribierte
Datierung wird die normalisierte numerische Datierung angezeigt.
Unter den Anmerkungen finden sich Quellenangeben zu den Transkriptionen und ggfs. inhaltliche Bemerkungen zum Kolophon. Unter „Semantik“ werden die für den jeweiligen Kolophon zutreffenden semantischen Kategorien gelistet, klickt man auf einen Semantik-tag, erreicht man die nach dem jeweiligen tag gefilterten Kolophone auf der Kolophone-Hauptseite. Unter „Gestaltung“ werden Angaben zum Layout der Kolophone gegeben.
Rechtsseitig wird, sofern vorhanden, ein iiif-Manifest des Kolophons angezeigt.
Erläuterung der semantischen Kategorien
Geistliche Formeln und Fürbitten
In diese umfangreichste Kategorie fallen alle Arten von Fürbitten, mit denen Gottes Segen oder spiritueller Lohn erbeten wird. Die Fürbitten können auf die Schreibinstanz oder die Rezipierenden bezogen sein. Einfache geistliche Schlussformeln wie Ave Maria, Deo Gracias etc. werden nicht erfasst.
Bsp.: Bittent got für den / schriber mit einem Ave maria (Karlsruhe, Landesbibliothek, Cod. St. Peter pap. 16, fol. 259v)
Schreiberformeln
Mit dieser Kategorie werden typische lateinische oder volkssprachige Formeln markiert, die in Kolophontexten verwendet werden. Vielfach stammen diese Formeln aus der lateinischen Tradition, häufig werden auch deutschsprachige Entsprechungen lateinischer Formeln etabliert.
Bsp. Hie het dis buochelin ein ende / dez frowent sich Mine hende (Cpg 398, fo. 137vb) Hie hat diß buoch ein ende / Got vns sin helffe sende (Cpg 403, fol. 255r)
In dieser Kategorie werden auch Variationen typischer Formeln erfasst.
Bsp. Hye hat der konge büche ein ende / Got vns von sünden wende(Cpg 38, fol. 67ra)
Die typischen kurzen Schlussformeln wie finito libro est oder completus est werden nur dieser Kategorie nur zugeordnet, wenn sie Teil einer elaborierteren Formel sind, die nicht nur das Textende anzeigt.
Bsp. Finito libro sit laus et gloria Cristo (Cpg 388, fol. 312v)
Schreibtätigkeit
In diese Kategorie fallen alle Markierungen der Schreibtätigkeit, sofern bei diesen eine Verknüpfung von Schreibtätigkeit und Schreibinstanz vorhanden ist, d.h. eine konkrete Schreibinstanz wird mit dem Prozess des Schreibens in Verbindung gebracht.
Bsp.: Das buoch hat geschriben / Lienhart Vischer mit / seiner hand got behuit / jm sein hend jn gottes / namen amen / 1461 Jar / AMEN (Cpg 639, fol. 107v) Et sic est finis huius libri per me (Cpg 673, fol. 55v)
Die Schreibinstanz kann durch den Namen markiert sein oder durch andere Selbstbezeichnungen wie frater, schriberin, swester oder durch Personalpronomina; die Schreibinstanz kann in der ersten oder der dritten Person stehen.
Bsp. Diß buoch ward vß geschriben vff sanct Michels oben / von einer armen schwester in Gnodental Do man zalt von Christus / geburt dusig fierhundert achtzig vnd siben jor (Freiburg i. Br., Universitätsbibliothek, Hs. 253, fol. 366v) Hab ich nit wol geschriben / so hab ich aber die will vertriben (Cgm 862, fol. 259r)
Die bloße Verwendung von Verben des Schreibens fällt nicht in diese Kategorie (z.B. geschriben vff sanct Michels). Solche einfachen Verben des Schreibens/Fertigstellens oder typische Formeln wie finitius / completus/ explicit werden nur erfasst, wenn auch eine Schreibinstanz genannt wird, auf die diese inhaltlich bezogen werden können, wobei der Bezug nicht syntaktisch kohärent sein muss. Bsp. Et sic est finis Jeroni minschillingk (Heid. Hs. 68, fol. 142v)
Reflexionen und Kommentare
Hier werden werden alle Arten von Kommentierungen erfasst, die über die typischen Kommentare zur Schreibtätigkeit hinausgehen, z.B. Kommentare zu Textinhalten, zum Umgang mit dem Buch oder dem Text, zur Herstellung des Buches, Widmungen oder Bewertungen der Qualität von Text oder Vorlage.
Bsp. Das buch ist aus vnd ich will ain anders buch darzu schreibe (Cpg 639, fol. 133r) Nv muz daz bvch ein ende han/ von meister Katho dem heiden san/ wan der schriber will slafen gan/ als sinen zuhten wol gezam (Cpg 341, fol. 75rb)
Wer den gaist Ihesu hette / Diß buoch er sicher wol / verstät wer den aber / nit hett Der verstät / nit wol was es seit / Disz buoch das hie vor / geschriben stät, das / do haisset das leben / vnd liden Jhesu Das hat / geschrieben Johannes / Karmer von Mindelh//ain in der vasten / am Donstag vor Letare / im LXXJ iar etc. (Wolfenbüttel Cod. 1.11 Aug. 2º, fol. 235r)
Poetische Gestaltung
In diese Kategorie fallen Kolophone mit besonderen Gestaltungsmerkmalen, die auf eine eigene ästhetische Gestaltungsabsicht schließen lassen, dies sind v.a. Reime, weiterhin Rätsel oder Akrosticha.
Bsp.: Weme duße scrift nicht behage/ Dy muoße eynen knochin genagin (Cpg 118, fol. 176r)
Personen
Die Ansicht „Personen“ listet sämtliche in der Datenbank erfassten Personen in alphabetischer Sortierung auf. Die Personennamen werden in
standardisierter Schreibung aufgenommen, unter dem Personeneintrag werden die verschiedenen Schreibungen und ergänzenden personenbezogenen
Informationen im Wortlaut der Kolophon-Transkripte angezeigt, die diese Person nennen.
Ein Klick auf einen Eintrag leitet zur Detailansicht der jeweiligen Person weiter. Es sind nur solche Personen erfasst, denen eine der drei
Rollen Schreiber, Heiliger oder Gönner zugeordnet werden konnte.
Über das rechts befindliche Suchfeld kann nach selbst bestimmbaren Begriffen gefiltert werden (zur Suchfunktion s.u.).
Die Filterschaltflächen darunter grenzen die Auswahl alphabetisch ein. Sämtliche Heilige sind dabei unter dem Buchstaben „H“
(für „Hl.“) verzeichnet.
Rolle: Die Filterfunktion bezieht sich auf die drei oben genannten Kategorien Schreiber, Heiliger, Gönner.
Häufigkeit der Personennennung Mit diesem Filter können Personen, die in mehreren Kolophonen genannt werden, nach der Anzahl zugeordneter Kolophone sortiert werden.
Personen - Detailansicht
Die Detailansicht der Personeneinträge bietet grundlegende Informationen zur Schreibinstanz. Vermerkt sind Name, Rolle (Schreiberinnen und Schreiber,
Heilige, Gönnerinnen und Gönner) und Geschlecht (männlich, weiblich, unbekannt).
Es werden die Kolophone aufgeführt, die der jeweiligen Schreibinstanz zugeordnet sind. Zu sehen sind eine Vorschau auf das Transkript des Kolophontextes
und die Kolophon-ID; ein Klick auf das Transkript führt zur Detailansicht des Kolophons.
Orte
Die Ansicht „Orte“ listet sämtliche Schreiborte auf, die in einem erfassten Kolophon erwähnt sind. Ein Klick auf einen Eintrag leitet zur
Detailansicht des jeweiligen Ortes weiter.
Über die rechts befindlichen Filterschaltflächen kann die Auswahl alphabetisch oder mittels
freier Texteingabe eingegrenzt werden.
Orte - Detailansicht
Die Detailansicht der erfassten Schreiborte verlinkt den jeweils zugehörigen DNB-Datensatz sowie die Kolophone, in denen der Ort genannt ist.